Wie funktioniert LTE in der Realität?

Groupe Aménagement Numérique des Territoires@flickr6 Wie funktioniert LTE in der Realität?

Quelle: flickr.com

LTE wird mit Downloadraten von 50 MB/Sekunde und mehr beworben. Die Verfügbarkeit wird jeden Tag erhöht, so sagen es die Mobilfunkanbieter wie Vodafone oder die Deutsche Telekom. Im Bereich der mobilen Nutzung freuen sich die Kunden auf den schnellen Datenfunk, welcher das langsame UMTS ablösen soll. Aber wie sieht es aktuell aus? Was vermag LTE jetzt schon zu leisten und wo gibt es noch Schwachstellen?

Im vergangenen Jahr startete man LTE in Deutschland mit dem Verkauf der entsprechenden Nutzungslizenzen. Die Bundesnetzagentur machte es zur Auflage, die Long Term Evolution zunächst in die „weißen Flecken“ zu bringen. Damit sind ländliche Regionen gemeint, die bis heute noch keinen Zugriff auf eine Breitbandverbindung haben. Dieser Plan wurde schon zum Großteil umgesetzt. Hierfür erteilte man das Recht zur Nutzung der 800 MHz Frequenzen. Leider überlagern sich diese mit vielen Funkmikrofonen, die nun dort nicht mehr eingesetzt werden können. Doch für eine Entschädigung sorgt der Bund mittlerweile, wie wir vor kurzem berichtet haben.

In den Städten werden 2.600 MHz verwendet. Für die mobile Nutzung via Handy oder Notebook, muss ein entsprechender LTE-Chip bzw. LTE-Stick verwendet werden. Hierbei ist es wichtig, dass dieser auch beide Frequenzbereiche empfangen kann. Ansonsten kann es passieren, dass die Verbindung während der Fahrt mit dem Auto oder Zug unkontrolliert abbricht. Von einer wirklichen Marktreife kann aktuell noch nicht gesprochen werden. Es bleiben noch einige Fragen offen.

Für die reine Datenübertragung kann man jetzt schon vorhersagen, dass LTE einfach zukunftsweisend ist. Allerdings, die bisher versprochenen 50 oder 100 MB/Sekunde im Download erreicht man bisweilen nur unter Laborbedingungen. In der Realität ist man von zwei Faktoren abhängig: Wie groß ist der Abstand zwischen Sender und Empfänger und wie viele Nutzer teilen sich diese Bandbreite. Unterm Strich erhält man dann nämlich nur einige MB/Sekunde oder sogar weniger. Verbesserungen, wie zum Beispiel LTE Advanced, sind aber schon in der Erprobungsphase.

Ein weiteres Problem gibt es im Bereich der Telefonie. Aktuelle Standards sehen noch kein LTE für das Telefonieren vor. Die immer beliebtere Videotelefonie ist mit LTE noch reine Zukunftsmusik. Wenn es soweit ist, muss auch der sogenannte „Handover“ funktionieren. Sollte die LTE-Verbindung einmal zu schwach werden, wechselt das Endgerät automatisch auf eine andere Verbindungstechnologie. Wer möchte schon während eines Gesprächs unterbrochen werden?

LTE steckt also nachwievor noch in den Kinderschuhen, aber klingt auf vielen Gebieten sehr vielversprechend.

Quelle des Artikels: http://www.funkschau.de/telekommunikation/know-how/article/84158/0/Kuck_mal_wer_da_spricht/

Related posts:

  1. Mit LTE Speedtest die Leistung prüfen
  2. IFA: LTE-Tablet von Samsung vorgestellt
  3. Telekom LTE in 100 Städten bis Ende des Jahres
  4. Der Wettkampf von HSPA+ und LTE
  5. Gute LTE Smartphones brauchen noch Zeit
Tags: , , , ,

Über Marvin

Begeisterter Technikfreak auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, Moderinisierungen etc.

Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

*
*